Die Gründung des Bergungszuges im Landkreis Ochsenfurt

Anfang 1962 bemühte sich die Regierung von Unterfranken in verschiedenen Landkreisen Bergungszüge aufzustellen. Diese Bergungszüge hatten die Aufgabe, im Verteidigungsfall den Schutz der Zivilbevölkerung sicher zu stellen. Bereits im Juli des selben Jahres fand im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes Ochsenfurt die Gründungsversammlung statt. 27 Helfer bilden den Grundstock des III. Zuges der 63. Bergungsbereitschaft im Luftschutz-Hilfs-Dienst (LSHD). Zum Zugführer hatten Bezirksregierung und Landkreis Konrad Mundinar benannt.
Im August 1962 besuchten zwei Helfer einen Kraftfahrerlehrgang an der Würzburger Feuerwehrschule und brachten einen Mannschaftskraftwagen mit. Im Juli 1963 erhielten die Helfer einen weiteren Mannschaftskraftwagen und einen Gerätewagen. 1964 wurde die Ausstattung durch einen dritten Mannschaftskraftwagen vervollständigt.

 

Fahrzeuge des Ochsenfurter Bergungszuges

 

Bis zu diesem Jahr hat die Ausbildung des Bergungszuges im Unterrichtsraum der Polizei stattgefunden, bevor die eigene Unterkunft im ehemaligen Elektrizitätswerk in der Jahnstraße bezogen werden konnte.

 

Erste Unterkunft des Ortsverbandes Ochsenfurt:
Das ehemalige Elektrizitätswerk

 

Vom Bergungszug zum Technischen Hilfswerk

Im Mai 1964 wurden vom Landratsamt und der Stadt Ochsenfurt Vorbereitungen getroffen, einen THW Ortsverband zu gründen. Die offizielle Gründungsveranstaltung fand am 29. Mai statt. Vor zahlreichen Interessenten und Ehrengästen wurde Kreisbaumeister Anton Schindler zum Ortsbeauftragten ernannt. Am darauffolgenden Samstag fand eine Großübung mit rund 100 Helfern aus fünf Ortsverbänden statt. In den folgenden Wochen gab es jedoch keine Eintritte in das Technische Hilfswerk. Der erste Anlauf, in Ochsenfurt ein THW zu gründen, war gescheitert.
Ein zweiter Versuch wurde im August 1966 gestartet. Wiederum scheiterte die Gründung eines THW Ortsverbandes in Ochsenfurt.
Zur erfolgreichen Gründung des THW Ochsenfurt kam es erst 1969. Im Januar 1969 setzte sich Hans Suhe, Geschäftsführer im Technischen Hilfswerk, mit dem Zugführer des Bergungszuges, Konrad Mundinar, in Verbindung. Bereits am 9. März trat der gesamte Bergungszug in das Technische Hilfswerk ein. Die Gründung eines THW Ortsverbandes in Ochsenfurt war geglückt.
Anlässlich der Übernahme des Bergungszuges in das Technische Hilfswerk fand am 19. April 1969 eine Gebietsübung in Ochsenfurt statt. Mit einem Hängesteg von 27 Metern Spannweite über die Bundesstraße 13 präsentierten die Helfer ihr Können.
Zum 1. Januar 1970 übergab Anton Schindler das Amt des Ortsbeauftragten an Kreisbaumeister Manfred Schraub. Dieser führte die Geschäfte, bis Helmut Mündlein im Oktober 1974 zum Ortsbeauftragen benannt wurde.

 

Von der Jahnstraße in den Wiesenweg

Am 16. Juli 1977 feierte der Bergungszug sein 15-jähriges Bestehen und präsentierte sich am folgenden Tag mit einer großen Leistungsschau der Bevölkerung und zahlreichen Ehrengästen. Neben einer Pontonbrücke über den Main waren ein Chinasteg und ein Derrickkran die Hauptattraktionen.
Im Rahmen der Feierlichkeiten erwähnte der Landesbeauftragte des THW, Johann Schwarz, dass eine eigene Unterkunft für das THW Ochsenfurt wünschenswert wäre.

 

Bau eines Chinastegs

 

Im August wurde der Antrag gestellt, das gemietete Gebäude in der Jahnstraße zu kaufen und entsprechend den Bedürfnissen umzubauen. Ein Gutachten des Finanzbauamtes Würzburg beurteilte den baulichen Zustand jedoch als schlecht. Ein Umbau wäre somit unwirtschaftlich. Stattdessen sollte auf Vorschlag des Landesbeauftragens ein Baugrundstück in Ochsenfurt gesucht werden. Dem Bund schlug Helmut Mündlein 1980 das Gelände am Wiesenweg in Goßmannsdorf vor.
Am 19. Februar 1981 übernahm der Bund das Grundstück im Wiesenweg. Bereits am 4. Mai begannen die Bauarbeiten. In 1670 Arbeitsstunden bauten die Helfer des THW Ochsenfurt die Einfriedung. Für den Bau von Holzhalle und Übungsturm wurden weitere 1130 Arbeitsstunden benötigt. Insgesamt brachten die Helfer rund 50.000 DM für Materialkosten aus privaten Mitteln.

 

Eine neue Unterkunft für das THW

Um Anspruch auf eine größere Unterkunft und mehr Garagenfläche zu haben, wurde bei der Auflösung des Luftschutzhilfsdienstes der Fernmeldezug Ochsenfurt in das THW aufgenommen.
Im April 1986 wurde mit dem Bau der Unterkunft begonnen. In enger Abstimmung mit der Baufirma beteiligten sich die Helfer beispielsweise durch das Aufrichten des Dachstuhls und das Pflastern des Hofes an den Bauarbeiten. Insgesamt wurden rund 4400 Arbeitsstunden durch das THW Ochsenfurt geleistet.

 

Neubau der Unterkunft im Wiesenweg

 

Am 29. Oktober 1986 konnte das Richtfest gefeiert werden. Am 7. November 1987, zehn Jahre nach ersten Bemühungen um eine eigene Unterkunft, fand die feierliche Einweihung statt.

Am 01. Juli 1989 übernahm der ehemalige Zugführer im THW Ochsenfurt, Konrad Mundinar, das Amt des Ortsbeauftragten von Helmut Mündlein. Ab 1994 war Karlheinz Klawon Ortsbeauftragter, bevor der ehemalige Zugführer Werner Lang 1996 vom THW Landesbeauftragten Reiner Vorholz zum Ortsbeauftragten ernannt wurde.

 

Fertigstellung der neuen Unterkunft

 

Ausbau des Dachgeschosses

1998 wurde in zahllosen Stunden durch die Helfer das Dachgeschoss der Unterkunft zu einem Schulungsraum und Büroräumen umgebaut. Der Helferverein kam für die Ausgabe in Höhe von 33.300 DM auf. Mit weiteren 10.700 DM finanzierte der Helferverein in den Folgejahren die Einrichtung der neuen Ausbildungs- und Büroräume.

 

Wechsel des Ortsbeauftragten

Zum 01. Januar 2008 wurde Heinrich Mündlein, ehemaliger Zugführer und Sohn des langjährigen Ortsbeauftragten Helmut Mündlein, zum Ortsbeauftragten ernannt. Er löste damit nach 11 Jahren Amtszeit Werner Lang ab, der 2008 bereits über 40 Jahre dem THW angehörte.

Heinrich Mündlein (rechts) übernimmt das Amt des
Ortsbeauftragen von Werner lang (links)

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Technisches Hilfswerk
Ortsverband Ochsenfurt
Wiesenweg 1
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